30.1.2026
ein Gedicht zur Winterzeit "Laßt ` s Eis ungeschoren!"
Wir haben in Norddeutschland wunderbares Winterwetter und die Tümpel und Seen beginnen zuzufrieren, sollen aber noch nicht betreten werden. Da fällt mir das nachstehende Gedicht aus dem Sorauer Heimatblatt, Dezember 1953, ein, dass ich hier in Mundart aufschreibe, übersetzt ins hochdeutsche auf der beigefügten Datei. Viel Spaß beim Lesen!
Laßt`s Eis ungeschoren!
"Kinda" spricht der der Lehra Zimpel, "Wos do ist dar gruße Timpel, dar ist diese Nacht gefroren, aba laßt`s Eis ungeschoren! Gehta nuff, heert uff mei Sprechen, kennta leechte do eebrechen!"
Kaum ist nun de Schule aus, rennen alle Kinda naus, wulln ja uffs Ees nie gahn, wullens ack von fern besahn. Schließlich zwei von dan Kindern, fangen heemlich an ze schindern. Das luckt andere ooch herbei, priefen, obs Ees feste sei. - Pletzlich gibt`s an grußen Krach, und de Kinda im Moment, falln ins kalte Element!
Uff dar Kinda Angtgeschrei koamen Leute schnell herbei, toaten se mit langen Stecken wieda aus dan Wassa trecken.
Andern Tags mit diestern Mienen spricht dar Lehra streng zu ihnen: "Hot ick gestern nie gesagt, weh dem, dar uff`s Ees sich wagt? Gegen welches streng Gebot hast gesindigt du, Fritze Schroth?"
Und de Fritze beginnt zu sprechen: "Gegen`s sechste, sullst nicht eebrechen!"
Else Schmidt-Ilgen